07.05.16 - Zweite Spritzerfahrung

Und weil das Wetter am Samstag so stabil war und die Prognosen auf vitimeteo nicht besser wurden, habe ich den Stier bei den Hörnern gepackt und bin ab in die Reben gefahren. Nun, einen kleinen Abstecher habe ich gemacht, denn ich war mir für die erste Peronospora-Behandlung nicht ganz sicher.

Dafür bin ich in die ZG gefahren und hab mich kurz informiert.

Der Herr Rebenberater war auch super freundlich. Hat gemeint, Pero noch nicht, aber Oidium, das solle man schon machen. Für Pero wäre noch ein wenig Zeit. Der Regen sei ja erst für kommende Woche angesagt, und da könnte man noch warten.

Also hab ich zufrieden wieder meine Papiere eingepackt und bin mit Spritze und Hund in die Reben gefahren.

Abgewogen und Wasser hatte ich bereits zu Hause gerichtet, alles war im Auto. Los geht’s.

 

In den Reben angekommen, wurde der erste Kanister bereit gemacht. Das heisst, den Netzschwefel, den ich als Pulver habe, in Wasser auflösen und ab in die Spritze.

Gesagt, getan.

Stolz bepackt mit 5 Litern in der Handspritze bin ich in die erste Zeile maschiert und bin kräftig am lospumpen, öffne vorne den Hahn über den Hebel und...? – Und nichts. Nichts passiert. Kein einziger Tropfen kommt aus der Spritze.

Zu Hause habe ich noch gedacht, wird schon funktionieren und ich musste feststellen, dass man mal wieder auf den Boden zurück geholt wird, wenn man nicht alles vorher überprüft.

 

Jetzt war guter Rat teuer. Nach Breisach fahren und dort im Obi eine andere Handpumpe kaufen oder was G’Scheits, wie die Bayern sagen und eine Solo holen. Sind zwar dann gleich ein paar Euronen mehr, aber dafür habe ich etwas, was sich erstens bequemer tragen lässt, da auf dem Rücken mit zwei Gurten und im Profibereich durchaus eingesetzt wird. Das Pumpen kann auch während des Laufens geschehen und ich muss dafür nicht anhalten.

 

Nun, also nur nach Ihringen, spart Zeit und Weg, dort beim Händler des Vertrauens eine Solo erstanden. Wieder zurück in die Reben, durchgeschwitzt war ich schon, Schutzkleidung wieder angezogen, Spritzen umgefüllt und wieder in die Reben maschiert.

Das obere Stückchen war dann auch nach rund 25 Minuten gespritzt, das Untere dauerte etwa 30 Minuten.

Nächstes Problem, das sich einstellen sollte: Verkalkuliert. Wobei? – Wassermenge.

 

Hatte ich bei Austriebsspritzung nur 25 Liter benötigt, so waren es auf  einmal 40! Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich hatte mich auf das Blattwachstum und die damit ansteigende Aufwandsmenge zwar geistig und rechnerisch drauf vorbereitet, war jedoch nur auf 30 Liter gekommen.

 

Tja, so war es dann, dass ich 3 Zeilen nicht spritzen konnte. So ein Blödsinn. Aber Lehrgeld bezahlen, wenn man es nicht kann, muss ja jeder.

Nun hatte ich nicht so viel zu verlieren, da das Wetter mitspielte, und es mir erlaubte, am darauffolgenden Tag wieder zu kommen und fertig zu spritzen.