04.01.16 - Mein erstes Mal

Das war ja heute wieder was.

 

Heute bin ich das erste Mal in MEINE Reben gefahren. In meine 30 Jahre alten Reben. Alte Reben. Ein Traum ist das. Mein Traum! Und er ist Wirklichkeit geworden. Ich habe die Reben das erste Mal im September besichtigt und war sofort begeistert. Das war es, wovon ich immer geträumt habe.

 

Und jetzt geht langsam die Arbeit los. Rebenschneiden ist angesagt. Dazu habe ich mir eine FELCO© Elektrische Rebschere geleistet. Gebraucht, aber tut. Tut zu gut. Man tut gut daran, die Hand, die die Schere nicht in der Hand hält, gut hinter dem Rücken oder in einer Tasche zu halten, denn wenn sie schneidet, schneidet sie ohne pardon.

 

 

Da ist alles ab, wie auch ich schmerzlich erfahren musste. Zum Glück habe ich keines meiner Gliedmaßen verloren, aber die Drahtanlage hat einige Blessuren davon getragen. Schnippschnapp, der Draht war ab.

 

Und wenn ich sage „Draht ab“, dann meine ich einen 2 mm verzinkten Metalldraht. Das ging so schnell, so schnell konnte ich gar nicht gucken. Hatte ich ein Glück, dass mir der Draht nicht um die Ohren geflogen ist. Ich habe schon das Geräusch gehört: „Schleeeengggggggg“. Es blieb aus.

 

Keine halbe Stunde später war dann auch ein schwarzer Gummidraht ab. Also blieb ein Besuch beim örtlichen Raiffeisen nicht aus, um alles fürs Drahtflicken zu besorgen. Nun werde ich meine ersten Erfahrungen mit Drahtflicken starten. Habe ich noch nie gemacht, jedoch hat mir der nette Herr im Raiffeisen alles genau erklärt. Mal sehen, ob ich mir das gut genug gemerkt habe, so dass ich es dann auch anwenden kann =)

 

Und weiter ging es. Ich konnte immer das gleichmäßige Schneiden der Rebschere wahrnehmen, das durch den Motor wie ein leichtes Sirren erzeugt wurde. Die Hand blieb brav auf dem Rücken und so mutierte ich zum einarmigen Rebschneider und habe die ersten Zeilen ohne weitere Verluste beendet.

 

Wenn ich mir überlege, wie anstrengend die 15 ar vergangenes Jahr waren mit manueller Reb- und Astschere. In der Hocke bin ich gesessen, und habe mit den Knien die Astschere zusammengedrückt, um die dicken Ruten durchzuschneiden. Nach 6 Reihen à 60 m ist mir einfach die Kraft ausgegangen. Nicht einmal Autofahren danach war möglich. Ich fühlte mich wie in die Fahrschule zurückversetzt. „Viertel nach neun“-Haltung am Lenkrad und immer schön nachfassen beim „Um die Kurve fahren“. Flüssige Bewegungen waren hier nicht mehr möglich. Der Muskelkater am Tag danach noch viel schlimmer. Aber jammern ist vorbei, jetzt ist Akkordarbeit angesagt.