Zusammenfassung – das Jahr 2018, 2. Hälfte im Keller

Meine Blogeinträge habe ich in der zweiten Hälfte von 2018 gänzlich vernachlässigt und hier gehört eine gehörige Portion Schande auf mein Haupt. Und ich könnte jetzt eine Reihe von Entschuldigungen finden, warum ich den Blog nicht aktuell gehalten habe, aber es ist sehr simpel: ich habe mir schlichtweg nicht die Zeit genommen, andere Dinge haben Prioritäten erhalten.

 

Da das Jahr 2017 stark von Frost in den Anfangsmonaten geprägt war, hielten sich die abfüllbaren Mengen 2018 stark in Grenzen, so dass wir nicht einmal die Abfüllanlage in Betrieb nehmen konnten. Das liegt daran, dass die Anlage ausschließlich über Falldruck arbeitet, jedoch genügend Menge an Flüssigkeit benötigt, die nachdrückt, um das Abfüllen in Gang zu setzen und zu halten.

 

Das war bei den Einzelmengen zwischen 40 und 170 Litern leider nicht möglich, so dass wir noch manueller werden mussten als wir vorher waren.

 

Das Spülen der Flaschen in der Sprühstelle blieb der gleiche Schritt wie in den Jahren zuvor, nur das Abfüllen zog sich hin. Mit einem lebensmittelechten Schlauch und Klemme wurden die Flaschen direkt aus dem Fass befüllt.

 

Die einzige Großmenge aus dem Jahr 2017 ist unser Pinot Noir, den wir allerdings noch nicht abgefüllt, sondern uns entschieden haben, ihm nochmal 9 Monate zu geben, um im Barrique sich ein wenig gehen zu lassen.

 

 

Ab jetzt gibt es dann wieder regelmäßige Neuigkeiten.

15.03.2018 - Endlich stabil oder „vom Weg zum schwefelstabilen Wein"

Manchmal ist man ja nicht Herr seiner Lage. Wer kennt das nicht?

Da laufen die Dinge einfach nicht so wie man will. Und so ist das auch mit dem Wein und seinem Werdegang. Neben den Entwicklungen, die man gerne an seinem Wein sieht, gibt es plötzliche Charakterzüge, die einem wie im Laufe der Kindererziehung plötzlich überrascht und einem zum Handeln zwingt. Da werden sie aufmüpfig.

So oder so ähnlich kann man die Hefen in dem Wein bezeichnen. Als würden sie nach der Gärung noch in die Pubertät müssen. Und dann ist Vorsicht geboten, denn sonst hat man Wein gehabt oder noch eher "Ist's Essig mit dem Wein!"

Das heißt im Klartext, man muss - nachdem man den Wein einmal geschwefelt hat - auf die Verluste des Schwefels ansprechen. Und natürlich: Nachregulieren.

Ein bisschen Verlust ist in der Regel normal während der ersten Wochen, das sollte sich dann aber auf ein Normalniveau einpendeln.

Tut es das nicht und zeichnet sich ein erhöhter Schwefelverbrauch ab, ist Vorsicht geboten und man muss herausfinden, warum das der Fall ist.

Das kann leider viele Ursachen haben. Ein Grund kann sein, dass der pH-Wert nicht stimmt. Ist der zu hoch, zeigt Schwefel keine Wirkung. Muss man erstmal drauf kommen...

Bald aber wird klar, dass der pH-Wert an vielen Stellen Einfluss nimmt. Nicht nur beim Wein...Wer im Chemieunterricht gut aufgepasst hat, findet die Zusammenhänge plötzlich äußerst logisch ;-) .

25.02.2018 - Eiswein - mal anders!

Alle Welt findet Eiswein etwas ganz Tolles.

Meins ist es nicht, ich stehe nicht so auf süß. Eher trocken. Nichts desto trotz musste ich sowas wie Eiswein machen. Jedoch nicht im traditionellen Sinne.

Für mich bedeutete Eiswein dieses Jahr, die Möglichkeit, dem Wein auf natürliche Weise Säure zu entziehen.

Wenn man den Wein extrem runterkühlt, fällt Weinstein aus und damit reduziert sich die Weinsäurekonzentration im Wein.

Allerdings benötigt man dafür doch mehr als nur Kühlschranktemperatur.

Da es mir nicht möglich ist, den Wein so stark runterzukühlen, nutzen wir die frische Jahreszeit. Da kamen mir die angekündigten - 10 Grad Celsius extrem gelegen.

Also kurzerhand die Barriquefässer geschnappt und mit der Ameise hinausgebracht. Dort verharrten sie in ungemütlich kalter Atmosphäre 3 Nächte.

 

Das Ergebnis...? - Können wir dann in etwa zwei Jahren probieren.